iPhone jailbreak

Es gibt im Internet Tonnen von Seiten, die sich mit diesem Thema befassen. Egal, wie unglücklich man sein mag, wie Apple seiner Kundschaft diktiert, wie man sich zu verhalten hat. Auch, wenn man einen teuren Mobilfunk-Vertrag abgeschlossen hat: Es ist nicht trivial ein iPhone in Betrieb zu nehmen. Vorbei die “easy”-Zeiten, als man einfach eine Sim-Karte ins Handy steckte und los ging das freudige Mobil-Telefonieren. Ein iPhone ist anders: Das ganze Programm wird nötig: Computer – Internet – Kreditkarte.

Ich möchte hier ein wenig über meinen letzten Tag schreiben, damit die 8 Stunden, die ich damit verbracht habe ein nahezu makelloses iPhone 3GS zum Laufen zu bekommen, nicht umsonst waren. Nur zu gerne hätte ich Bibi Blocksberg um Hilfe gebeten um mein magisches Zaubergerät mit einer Blau-Sim-Karte in Betrieb zu nehmen. (Das ist E-Plus-Netz)

Kleiner Tip am Rande: Wenn in Ihrer Familie mehrere iPhones, iPads und iPods kreisen: Benutzen Sie immer die gleiche Apple-ID und müssen fortan keine App mehr doppelt kaufen. Besonders bei den teuren Apps ist das bares Geld wert! Ihre Familie erfährt aber auch wleche Programme sie gekauft haben und umgekehrt…

Doch wieder zurück zum Thema: Hinter der Magie steckt natürlich knallharte Technik. Und die ist komplizierter als Apple uns verraten will. Was also hat es mit den Begriffen: Baseband, Firmware, Bootloader, DFU-Mode, Recovery-Mode auf sich? Vielleicht hierzu ein paar Links, die sehr erhellend sind.

Besonders möchte ich zuerst auf den Unterschied zwischen Jailbreak und Unlock hinweisen!
Ein Jailbreak modifiziert das Betriebssystem des iPhone so, dass auch Programme, die nicht von Apple abgenommen wurden auf dem iPhone ausgeführt werden können. Im normalen Fall MUSS jede App von Apple abgesegnet werden.
Ein Unlock sorgt dafür, dass andere Mobilfunk-Karten, als die ursprüngliche Vetragskarte, mit dem iPhone betrieben werden können. Beide Begriffe werden gerne vermischt. Mit einem gejailbreakten iPhone kann man noch lange nicht alle Sim-Karten nutzen, die man möchte.

So startet ein iPhone:
Der Bootloader startet die Hardwareteile des iPhones also den Speicher, GSM-Chip, Prozessor, und alle Hardwarebstandteile. Auch das sogenannte Baseband, das das Zusammenspiel zwischen SIM-Karte und GSM-Chip regelt wird dabei gestartet. Dann wird die Firmware (das iOS Betriebssystem) geladen. Sobald das Betriebsystem geladen ist, kann das iPhone genutzt werden.

Generell ist es sinnvoll sich kurz die Begriffe anzusehen, die im Zusammenhang mit dem iPhone und der Jailbreak-Problematik immer wieder auftauchen.

Wer sein iPhone erweitern möchte und mehr Funktionen wünscht sollte auf jeden Fall tagesaktuell nachsehen, welche Möglichkeiten er bei Firmware, Baseband und Bootloader hat. Das geht am besten im deutschen Raum bei iSzene. Mit dem Programm Tiny Umbrealla kann man SHSH-Files sichern und auch sonst alle Hardware-Daten über sein iPhone auslesen. Möglicherweise kann das iPhone nur offiziell unlocked werden, wenn das Baseband nicht geeignet ist für einen unlock. SHSH-Files sind die Serverantwort-Dateien, die Apple beim Aktivieren an an das iPhone schickt und mit denen das iPhone aktiviert wird.

Weitere Infos gibt es auch besonders beim Dev-Team und eine Schrit für Schrit-Anleitung bei iClarified.

Alles in Allem bleibt zu sagen, dass das ganze Thema klar einen faden Beigeschmack hat. Vor allem nachdem Apple zu Recht dieses Jahr den Big Brother Award für fleißiges Datensammeln bekommen hat. Ich möchte schon auch einmal ein Programm auf meinem iPhone ausführen, das nicht aus dem App-Store kommt und dafür ist der sogenannte Jailbreak essentiell.

Es bleibt zu hoffen, dass Apple sich hier getreu nach dem Motto “We’ve learned so much!” mal auf die Schulbank setzt und daraus lernt, was Microsoft schon durchlebt hat. Aber möglicherweise ist eine rüde Geschäftstaktik auch gerade der Schlüssel zur Marktbeherrschung. Würde Microsoft jedenfalls ebenso mit seinen Nutzerdaten umspringen würde das Unternehmen ganz schön viel erklären müssen.
Aber solange die Nutzer komplette iTunes-Bibliotheken an Apple übertragen wird es wohl eher wenig Probleme mit dem Datenschutz geben.

Noch ein paar Dinge zum Recht: Ich möchte niemanden hier ermutigen das Gesetz zu brechen und sein iPhone zu unlocken. Wir bewegen uns hier in einer rechtlichen Grauzone, mit der sich im Moment auch die Gerichte beafassen. Fakt ist: Ein iPhone ohne Mobilfunkanbieter ist kein “Phone” mehr und letztendlich hat Apple auf jeden Fall sein Geld bekommen. Und der Mobilfunkbetreiber wird mit dem abgeschlossenen Vertrag ebenso entlohnt. Ich sehe daher kein Problem, wenn jemand sein iPhone jailbreakt, um damit die Software eines freien Entwicklers laufen zu lassen und tieferen Einblick in die Funktionen seines iPhones bekommt.